Als Fatima Zahra (ع) neun Jahre alt wurde, war sie eine
ausgewachsene Frau, welche eine intellektuelle Reife mit Anstand
und Benehmen genießte. Allah beschmückte sie mit einer
großartigen Mentalität und Klugheit, zusammen mit Schönheit und
Erlesenheit. Ihre Talente waren zahlreich und ihre geerbten und
erworbenen edlen Charaktereigenschaft übertreffen jene von
anderen Frauen und Männern.
Fatimas religiöses Empfinden und literarisches Wissen waren
unbegrenzt. Man wird zum Ergebnis kommen, dass sie die
wissendste
und ehrenhafteste Frau in der Welt war. Tatsächlich bezeugt die
Geschichte keine andere Frau, welche solch ein hohes Level an
Bildung, Wissen und soziale Gunst wie Fatima es erreichte.
Aus diesem Grund ist es nicht merkwürdig, dass berühmte
Gefährten des Propheten (ص) um ihre Hand anhielten, aber er
(ص) lehnte ihre Anträge ab, indem er sagte:
"Ihre Angelegenheit ist ihrem Herrn überlassen, wann immer Er
will, wird sie heiraten."
Shu'aib Ibn Saab al-Misri sagte folgendes in Ar-Rawd al-Faeq:
"Die Häupter der Muhajirin und Ansar hielten
um ihre Hand an, aber der Prophet (ص) lehnte sie ab und sagte:
„Ich warte auf Allahs Anordnung in dieser Angelegenheit."
Die abgelehnten Heiratsanträge von
Abu Bakr und Umar
Abu Bakr und Umar waren unter jenen, die um die Hand von Fatima
(ع) anhielten, aber der Prophet (ص) lehnte sie ebenfalls ab. AbdurRahman Ibn Awf hielt ebenso um ihre Hand an, aber der
Prophet (ص) ignorierte ihn.
Ali Ibn Muragi berichtet in seinem Buch Kanz al-Umal Band 2
Seite 99, dass Anas Ibn Malik sagte:
"Abu Bakr kam um den Propheten (ص) zu sehen. Nach dem er sich
setzte, sagte er: "O Gesandter Allahs, du
weißt sicherlich über meine Hingabe und den langen Dienst, den
ich dem Islam erweise.." Der Prophet (ص) sagte daraufhin: "Was ist
es, was du willst?" Abu Bakr sagte dann: "Ich möchte, dass du
mir Fatima zur Ehe gibst." Als der Prophet (ص) das hörte, schwieg er und sagte nichts, so
dass Abu Bakr zu Umar zurückkehrte und sagte:
"Ich habe mich selbst und andere ruiniert!"
Umar fragte: "Was ist passiert?" Abu Bakr antwortete: "Ich hielt um Fatimas
Hand an beim Propheten, aber er ignorierte mich."
Umar sagte: "Warte du hier, und ich werde
zum Propheten gehen und ihn um die gleiche Sache bitten, wie
du."
Umar ging zum Propheten und nachdem er sich setzte sagte er:
"O Gesandter Allahs, du weißt sicherlich
über meine Hingabe und den langen Dienst, den ich dem Islam
erweise.."
Der Prophet (ص) fragte: "Was ist es, das du
willst?" Umar antwortete: "Ich möchte, dass du mir
Fatima zur Ehe gibst." Aber der Prophet (ص) ignorierte ihn ebenfalls.
Umar kehrte zurück zu Abu Bakr und sagte:
"Er wartet auf Allah's Anordnung in dieser Angelegenheit."
Al-Haithami berichtet ebenfalls in seinem Buch Majma Az-Zawa'ed,
dass Abu Bakr und Umar ihre Töchter zum Propheten (ص) sandten,
um darum zu bitten, Fatima (ع) mit ihnen zu verehelichen; aber
als die Töchter erwähnten, weshalb sie kamen, sagte der Prophet
(ص): "Nein! Nicht, solange mir Allahs
Befehl in dieser Hinsicht nicht offenbart wurde."
Wahrscheinlich vermied der Prophet (ص) es Abu Bakr und Umar
offen zu sagen, dass er auf den geeigneten Mann für Fatima (ع)
wartet, um ihnen nicht offen zu sagen, dass sie nicht geeignet
für sie waren, und dass seine Tochter über ihre Stellung ist.
Imam Ali (ع) stand im Haus von Saad ibn Ma'adh bis er nach
Medina einwaderte. Eines Tages, während Imam Ali (ع) in einem
der Gärten Madinas war, kam Saad zu ihm und sagte:
"Was hindert dich daran um Fatimas Hand anzuhalten, als ihr
Cousin?" Es wird ebenfals in Kanz al-Umal berichtet, dass
Umar zu Imam
Ali (ع) kam und sagte: "Was hindert dich
daran Fatima zu heiraten?" Imam Ali (ع) antwortete: "Ich befürchte,
dass der Prophet (ص) sie mir nicht zur Ehe geben wird."
Umar sagte: "Wenn er sie nicht dir
zur Heirat gibt, wen soll sie dann heiraten?
Du bist derjenige, der
Allah am nähesten steht von Allahs Geschöpfen..."
Tatsächlich hat Imam Ali (ع) seinen Wunsch Fatima (ع) zu
heiraten aus zwei Gründen nie erwähnt: zum einen aufgrund seiner
Schüchternheit, dass vor dem Propheten (ص) zu machen und zum
anderen aufgrund seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage. Imam
Ali (ع) besaß nichts von den Gütern dieser Welt, nicht mal ein
Haus oder ein Stück Land! So wie sollte er verheiratet werden?
Und wo würde er mit seiner Frau leben? Vor allem, da Fatima (ع)
nicht die Art Frau ist, die man vernachlässigen oder
herabblicken kann.
Imam Ali's Heiratsantrag
Schließlich sprach Imam Ali (ع) den Propheten (ص) an, und
hielt um die Hand von Fatima an. Der Prophet (ص), der absolute
Führerschaft über alle Muslime hat, einschließlich seiner
Tochter, würde niemals sein Einverständnis zur Heirat ohne
Fatimas Erlaubnis geben.
Der Prophet (ص) antwortete dann Imam Ali (ع): "Ah, viele haben vor dir um ihre Hand
angehalten, und sie hat sie (alle) abgelehnt, ihre Ablehnung sie
zu heiraten, war klar in ihrem Gesicht zu sehen. Nun warte, bis
ich dir (ihre) Antwort bringe."
Der Prophet (ص) verließ Imam Ali und informierte seine Tochter
darüber, dass Imam Ali (ع) sie gerne heiraten möchte. Fatima
(ع) musste nicht über Imam Alis Arbeit, Alter und andere Dinge
fragen, denn sie war wissend über seine Eigenschaften, seinen
exzellenten Charakter und sein Dienen des Islams. Aus diesem
Grund sagte der Prophet lediglich zu ihr:
"Fatima, du kennst Ali ibn Abi Talibs Verhältnis zu uns, seine
Hingabe und seinen Glauben. Ich bat Allah darum den besten und
beliebtesten seiner Geschöpfe mit dir zu verheiraten und Ali hat
seinen Wunsch dich zu heiraten geäußert, was sagst du dazu?"
Fatima (ع) antwortete nicht, noch zeigte sie ein Anzeichen der
Ablehnung, so dass er aufstand und sagte: "Allahu Akbar! Allah ist größer! Ihr
Schweigen ist ein Einverständnis." Der Prophet (ص) betrachtete Fatima's Schweigen als ein Zeichen
des Einverständnisses, denn ein schüchternes, unberührtes Mädchen
verkündet ihr Einverständnis nicht so offen. Ja, Ablehnung kann
offen gezeigt werden, aber Schüchternheit hindert ein Mädchen
daran, ihren Wunsch offen zu äußern einen Mann zu heiraten.
Der Prophet (ص) ging zurück zum wartenden Imam Ali und
informierte ihn über Fatimas Einverständnis. Er fragte ihn
ebenso über seine Bereitschaft die notwendigen Erfordernisse für
die Heirat zu erfüllen, denn es ist nötig, dass es eine
Brautgabe gibt.
Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع):
"Besitzt du irgendwas, dass du Fatima als Brautgabe geben
kannst?" Imam Ali (ع) antwortete: "Mögen meine
Eltern für dich geopfert werden, bei Allah es gibt keine meiner
Angelegenheiten die vor dir verborgen sind, ich besitze ein
Schwert, ein Kettenhemd und ein Kamel, dass ich für die
Bewässerung benutze."
Der Prophet hörte Imam Ali (ع) zu und sagte: "O Ali, du kannst nicht ohne dein Schwert,
denn du musst dich selbst damit vor den Feinden Allahs
beschützen. Was dein Kamel betrifft, so brauchst du es zur
Bewässerung der Palmen und Unterstützung deiner Familie, und du
brauchst es, um damit reisen zu können. Aber ich akzeptiere dein
Kettenhemd als Brautgabe, so verkaufe es und bringe mir das
Geld."
Der Fürst der Gläubigen (ع) verkaufte sein Schild für 480 oder
500 Dirham und brachte dem Propheten (ص) das Geld. Beide waren
mit dem Geld einverstanden.
Der Prophet (ص) gab seine Tochter für solch eine niedrige
Brautgabe zur Ehe, um den jungen Muslimas zu zeigen, dass sie
sich nicht von der Ehe enthalten sollten, nur aufgrund einer
niedrigen Brautgabe. Allah (swt) gab ihm (Imam Ali) Fatima zur
Ehe, bevor der Prophet (ص) das tat. Das ist nicht unnormal,
denn Allah gab viel niedrigeren Frauen als Fatima, dem Propheten
zur Ehe, wie z.B. Zainab bin Jahsh, wie es im Quran in der Sure
33 Vers 50 heißt.
Das Ehe Gelöbnis
"Ali! Eile dich gehe zur Moschee. Ich werde nachkommen,
damit dort in Anwesenheit der Muslime euer Ehegelöbnis
stattfinden kann." Ali (ع) erhob sich und eilte zur
Moschee. Unterwegs begegnete ihm Umar und Abu Bakr, die er über
die frohe Botschaft in Kenntnis setzte. Auch der Prophet
erreichte inzwischen freudig bewegt die Moschee. Er wies Bilal
an: "Rufe die Muhajiran und Ansar zur
Moschee!"
Als sich kurz darauf die Muslime eingefunden hatten, bestieg er
die Minbar. Er lobte und pries Gott und sprach: "Leute! Wisset,
dass Gabriel zu mir herniederkam und mir die Botschaft von Gott
überbrachte, das in der himmlischen Welt die
Vermählungszeremonie zur Eheschließung zwischen Ali und Fatima
vollzogen wurde. Er wies mich an diese Zeremonie auf Erden
ebenfalls zu vollziehen und euch dazu als Trauzeugen einzuladen.
Nach diesen Worten setzte sich der Prophet zu den Muslimen und
gebot Ali (ع).: "Stehe nun auf und sprich
das Ehegelöbnis!" Ali (ع) erhob sich und sprach:
"Ich danke und preise Gott für all das Gute, dass Er mir gewährt
und bezeuge, dass es außer ihm keine Gottheit gibt! Leute! Gott
hält es für geziemend, dass wir heiraten und fordert uns dazu
auf. Gott bestimmte, dass Fatima und ich einander heiraten. Der
Gesandte Gottes hat Fatima mit mir vermählt und mein Kettenhemd
als Morgengabe für sie akzeptiert. Fragt ihn und seid Zeuge!"
Die Muslime fragten: "Oh Gesandter Gottes!
Hast du Fatima mit Ali vermählt?" Der Prophet
antwortete: "Ja, Leute!“ Daraufhin
erhoben sich alle zum Dua und sprachen:
"Gott segne eure Ehe und schenke euch
Freundschaft und Liebe füreinander!"
Anschließend, nach dieser Vermählungszeremonie kehrte der
Prophet heim. Er wies die Frauen an ein Freudenfest
vorzubereiten. Das Ehegelöbnis fand am ersten oder sechsten Tag
des Monats Dhul Hijjah, im Jahre zwei oder drei nach der Hijra
statt.
Fatima's (ع) Brautgabe
Der Prophet (ص) wies Ali (ع) an das Kettenhemd zu verkaufen, um
mit dem Erlös die Brautgabe für Fatima (ع) beschaffen zu können.
In den Überlieferungen werden als Verkaufspreis die Beträge 400,
480 und 500 Dirham genannt.
Ali ibn abi Talib (ع) überreichte dem Propheten den Erlös.
Dieser rief Abu Bakr, Salman al-Farsi und Bilal zu sich, händigte
ihnen einen Teil des Geldes und beauftragte sie damit die
notwendigsten Haushaltsgegenstände für Fatima (ع) zu kaufen. Ein
wenig Geld gab er Asma mit der Bitte Duftwasser für seine
Tochter zu besorgen. Den Rest des Erlöses vertraute er Umm Salamah
an.
Abu Bakr berichtete: Als ich das Geld, das mir der Prophet
gegeben hatte zählte, sah ich das es genau 63 Dirham waren, womit
ich folgende Dinge beschaffte:
-
Ein weißes Kleid
-
Ein großes
Kopftuch
-
Ein schwarzes Kheibar Handtuch
-
Eine
Matte, geflochten aus Dattelpalmrinde
-
Zwei
Matratzen, eine mit Schafswolle gefüllt, die andere mit
Dattelpalmenfasern
-
Vier Ziegenfellkissen, gefüllt mit Adhar kraut
-
Eine Bastmatte
-
Eine Handmühle
-
Eine Messingschale
-
Einen Lederbeutel, um
Wasser damit zu befördern
-
Eine
Schüssel, um Wäsche darin zu waschen
-
Eine Milchschale
-
Ein Gefäß, um aus ihm Wasser zu trinken
-
Einen wollenen Vorhang
-
Eine Wasserkanne, um sich nach erfolgter Toilettenbenutzung
damit abzuspülen
-
Einen einfachen Krug aus ungebranntem Ton
-
Einen Aba
Als dem Propheten die Brautgabe Fatimas gebracht wurde, traten
ihm Tränen in die Augen, während er sie betrachtete. Er sprach
zum Himmel empor: "Oh Gott! Segne ihre Ehe, deren Hausstand
überwiegend aus einfachem, ungebrannten Ton besteht."
Er
möchte Fatima, seine Braut zu sich holen
Imam Ali (ع) berichtete: Etwa einen Monat lang genierte ich
mich mit dem Propheten über Fatima (ع) zu sprechen. Er aber
erwähnte bisweilen, wenn wir alleine waren:
"Na, Ali bist du zufrieden? Ich habe dich mit der besten der
Frauen vermählt."
Eines Tages kam mein Bruder Aqil zu mir und sagte:
"Bruder, ich freue mich über deine Heirat. Warum aber sagst du
dem Propheten nicht, dass du Fatima nun zu dir holen möchtest?" Ich antwortete: "Sehr gern würde ich das
tun, aber ich schäme mich, mit dem Propheten darüber zu
sprechen." Aqil entgegnete: "Bei Gott! Komm, wir wollen
auf der Stelle zu ihm gehen."
So gingen Ali (ع). und Aqil zum Hause des Propheten (ص).
Unterwegs begegnete ihnen Ummu Ayman. Sie teilten ihr ihr
Vorhaben mit. Ummu Ayman sprach: "Lasst mich
mit dem Propheten reden, da in solchen Angelegenheiten die Worte
einer Frau wirksamer sind." Alle, Ummu Ayman und die anderen Frauen erfuhren davon und
machten sich auf den Weg zum Hause des Propheten. Sie sagten:
"Oh Gesandter Gottes! Wir kommen in einer Angelegenheit, die
wenn Khadija, noch unter uns wäre, sie sehr erfreuen würde."
Als sie den Namen Khadijas nannten, wurden seine Augen feucht. Er
sprach: "Khadija, oh Khadija! Wo wäre jemand
wie Khadija zu finden?! Als mich die Leute mieden und alles
dementierten, was ich sagte unterstützte und ermutigte sie mich.
Sie gab ihren gesamten Besitz auf dem Wege Gottes hin, zur
Verbreitung seiner Religion. Khadija war jene Frau, über die
Gott sagt und mir gebot ihr das auszurichten - dass er ihr im
Paradies ein Schloss aus Smaragden habe errichten lassen."
Ummu Salamah bestätigte: "Ja, dass was du
über Khadija sagst ist wahr. Gott möge uns an ihrer Seite zu
sich rufen. Doch oh Gesandter Gottes, Ali (ع). möchte seine Frau
zu sich holen." Der Prophet (ص) sagte: "Warum spricht er
dann selbst nicht darüber?" Sie antwortete: "Er schämt sich." Daraufhin sagte der Prophet: "Bringt Ali zu
mir!"
Als Imam Ali (ع) zu ihm trat sprach der Prophet (ص):
"Oh Ali, möchtest du deine Frau zu dir
holen?" Imam Ali (ع) sagte: "Ja gern!" So sagte der Prophet
(ص): "Gotte möge
seinen Segen dazu geben. Heute oder morgen Abend werde ich alles
zu eurer Hochzeit vorbereiten." Die Frauen wies er an:
"Schmückt Fatima zu ihrer Hochzeit, besprüht sie mit Duftwasser
und richtet einen Raum her, in dem die Hochzeit stattfinden kann."
Hochzeitsmahl
Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع), dass zu einer Hochzeit
ein Gastmahl gehöre. Saad, der die Worte des Gesandten hörte
meinte: "Ich werde zur Hochzeit ein Schaf
schlachten lassen." Auch die anderen Freunde des Propheten gaben zu dem Gastmahl,
was ihnen erschwinglich war. Hadrat Mohammed (ص) sagte zu Bilal:
"Bring das Schaf her." Dann zu Ali:
"Schlachte es!"
Daraufhin gab er ihm 110 Drachmin und sprach:
"Kaufe damit Bratöl, Datteln, Kaschk!" Alles wurde
beschafft, auch Brot. Mohammed (ص) wies Ali (ع) an:
"Lade nun zu eurem Gastmahl ein, wen du
möchtest."
Ali ibn Abi Talib (ع) lud viele der Muslime zu dem
Hochzeitsessen, das aus Fleisch, Brot, Datteln und Kaschk
bestand, ein. Da viele Gäste kamen, doch nicht alle gemeinsam im
Haus bewirtet werden konnten, setzten sie sich gruppenweise
jeweils zehn Personen, um das Esstuch herum und aßen. Der
Prophet (ص) bewirtete sie persönlich. Zu den Hochzeitsgästen
gehörten Hamzah und Abbas, die Onkel Hadrat Muhammad (ص) und
Alis (ع). Wie auch der Bruder Imam Alis (ع) Aqil.
Nun, auf diese Art und Weise, das heißt, indem sie gruppenweise
bewirtet wurden, konnten viele Gäste gesättigt werden. Dann,
nachdem alle gespeist hatten, lies der Prophet das
übriggebliebene zu den Häusern der Bedürftigen tragen. Auch für
Ali (ع) und Fatima (ع) stellte er ein Gericht beiseite.
Hin zum
Hochzeitsgemach
Die Frauen schmückten Fatima (ع) und besprühten sie mit
Duftwasser. Daraufhin rief der Prophet (ص) Ali (ع) zu sich und ließ
ihn zu seiner rechten, Fatima zu seiner linken niedersitzen. Er
drückte beide an sich und küsste ihre Stirn. Dann nahm er die
Hand der jungen Braut und legte sie in die Hand des Bräutigams.
Zu Ali (ع) sprach er: Fatima ist eine gute
Gattin! Und zu Fatima: Ali ist ein
guter Gatte!
Nun wandte er sich an die Frauen und gebot:
"Begleitet das Brautpaar zum Hochzeitsgemach und lasst Freude und
Frohsinn dabei walten. Doch tut oder sagt nichts, was Gott
missfällt."
Die Frauen begleiteten Fatima und Ali (ع) jubelnd zum
Hochzeitsgemach. Der Prophet folgte ihnen. Als er den Raum
betreten hatte, ließ er eine Schale Wasser bringen. Er betröpfelte Fatima mit ein wenig Wasser und gebot ihr, mit dem
übrigen Wudhu zu vollziehen und den Mund auszuspülen.
Danach ließ er eine weitere Schale Wasser bringen, betröpfelte
Ali damit und wies auch ihn an Wudhu zu machen und den Mund
auszuspülen. Als das geschehen war, küsste er beide, hob die Hand
zum Dua empor und sprach: "Oh Gott! Segne diese
Heirat und lass eine
gute reine Nachkommenschaft aus diesem jungen Brautpaar
hervorgehen."
Er wollte den Raum verlassen, doch Fatima hielt ihn an seinem
Gewand zurück und begann zu weinen. Er sprach:
"Mein Kind! Ich habe dich mit dem besten,
gebildesten und gütigsten Mann vermählt." Mit diesen Worten schritt er auf die Tür des Gemachs zu,
erfasste mit beiden Händen den Rahman und sagte:
"Gott möge euch und eure Nachkommen rein und
edel erhalten. Ich bin Freund eurer Freunde und Feind eurer
Feinde. Nun aber verabschiede ich mich von euch und vertraue
euch Gott an!"
Er ging, schloss die Tür hinter sich zu und sprach zu den
Frauen: "Geht nun in eure Häuser, niemand
soll das Brautpaar stören." Sie entfernten sich. Als
auch der Prophet gehen wollte sah er, dass eine der Frauen
geblieben war. Er fragte: "Wer bist du? Hast
du nicht gehört, dass ich sagte, alle haben nun fortzugehen?"
Sie sagte: "Ich bin Asma. Ihr sagtet verlasst nun dieses Haus!
Mich aber betrifft diese Anordnung nicht, denn ich stand
Khadija, als sie starb bei. Als ich sah, dass sie weinte fragte
ich: "Warum weinst du Khadija? Du, die doch
die beste aller Frauen bist und die Gattin des Propheten? Obwohl
dir doch das Paradies verheißen ward?"
Khadija antwortete: "Ich weine, weil ich
weiß, dass ein jedes Mädchen in der Hochzeitsnacht einer Frau
bedarf, der es sich anvertrauen kann und die ihm behilflich ist,
wenn es etwas benötigt. Ich scheide nun aus dieser Welt, aber
ich bin besorgt, dass Fatima in der Hochzeitsnacht keine
Vertraute im Hause hat." Ich antwortete ihr: "Wenn ich an jenem Abend
noch leben sollte, so werde ich, das verspreche ich dir, in
ihrer Nähe bleiben und wie eine Mutter für sie sorgen."
Als der Prophet den Namen „Khadija“ hörte, traten ihm
unwillkürlich Tränen in die Augen. Er sprach:
"Oh Asma, bist du deswegen geblieben?" Sie sagte:
"Ja!" So sagte der Prophet
(ص):
"So handle gemäß deinem Versprechen."