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Der
Gottesdienst der heiligen Imame (ع)
übersetzt von Maher el Ali und Mariam A.

Der Gottesdienst von Imam Ali (ع)
Wenn die Zeit des Gebets eintrat, wurde er für gewöhnlich sehr blass (im
Gesicht). Es wird in Sharh Nahjul-Balagha berichtet, dass Imam Ali (ع)
während der Schlacht von Siffin seine Gebetsmatte zwischen zwei Reihen
von Kämpfen ausbreitete und sein Gebet verrichtete, selbst als es Pfeile
von allen Seiten regnete und die Schlacht weiterging. Er hatte keine
geringste Angst vor den Pfeilen. Und selbst nach der Verrichtung seiner
(Pflicht-)Gebete hat er seinen Platz nicht verlassen, bis er die
zusätzlichen Bittgebete und Andachten rezitiert hat.
Allamah ibne Abil Hadid schreibt, dass Imam Ali (ع) so lange
Niederwerfung vollzog, bis seine Stirn anfing dem Knie des Kamels zu
ähneln. Er war so vertieft in den Gebeten, dass er nichts anderes mehr
wahrnehmen konnte. So sehr, dass er nicht mal mehr seinen Körper spürte
bzw. sich dessen bewusst war. Es wird berichtet, dass einst ein Pfeil
den Fuß des Imams durchbohrte und es sehr schmerzhaft für ihn war, wenn
jemand diesen rausnehmen wollte. So wurde ihnen geraten zu warten, bis
Imam Ali (ع) im Gebet vertieft ist. Als Imam Ali (ع) nun am beten war,
entfernten die Leute den Pfeil aus Imam Alis (ع) Fuß ohne das Imam Ali
(ع) davon irgendwas mitbekam (so vertieft wie er war).
Imam Ali (ع) fastete meistens am Tag und war mit den Gebeten die ganze
Nacht über beschäftigt. So sehr, dass die Nachbarn berichteten, dass sie
ein Tausend Takibratul Ihram (Allahu Akbar) in einer Nacht (von ihm)
hörten.
Oft wurde sein Zustand so ernst, dass die Leute dachten, dass seine
Seele seinen Körper verlassen hat.
Der Gottesdienst von Imam Hassan (ع)
Imam Hassan (ع) hat sehr viel Gottesdienst verrichtet. Er hat für
gewöhnlich einen großen Teil der Nacht damit verbracht Allah (swt)
anzubeten. Er hat mit solch einer Hingabe gebetet und gefleht und
geklagt, dass die Leute für gewöhnlich dachten, er würde aufgrund des
Dahinscheidens eines nahen Verwandten so viel weinen.
Genau so wie sein ehrenvoller Vater, fastete auch Imam Hassan (ع) sehr
viel. Er vollzog 25 Hajj Pilgerfahrten zu Fuß. Er sagte für gewöhnlich:
"Ich schäme mich davor meinen Herrn in einem Zustand anzutreffen, indem
ich es nicht geschafft habe Sein Haus zu Fuß zu erreichen."
Einmal reiste er zur Hajj während sein Pferd neben ihm lief. Als nach
einer längeren Distanz seine Füße begannen anzuschwellen, fragte jemand:
"O Sohn des Gesandten Gottes, wenn dein Pferd bei dir ist, wieso reist
du dann nicht auf ihm?" Er antwortete:
"Ich habe das Pferd nicht mit mir genommen um selbst darauf zu reiten,
sondern für den Fall, dass ein Reisender zu müde ist um zu laufen, so
dass ich helfen kann.
Der Gottesdienst von Imam Hussein (ع)
Jemand fragte Imam Zain ul-'Abidin (ع) weshalb sein Vater nur so wenige
Kinder hatte. Er antwortete:
"Der Grund ist, dass er für gewöhnlich tausend Rakaat jede Nacht
verrichtet hat." Auch Imam Hussein (ع) hat 25 mal die
Pilgerfahrt zu Fuß vollzogen und nahm ein Reittier mit sich ohne es
selbst zu benutzen.
Imam Hussein war so entzückt vom Gottesdienst, dass er in der Nacht zu
Ashura, die gefüllt war mit Unheil und Schwierigkeiten, im Gebet und den
Anrufungen die ganze Nacht über aufrichtig vertieft war. Nur eine Person
wie Imam Hussein (ع) konnte solch einen Gottesdienst verrichten. Am
schwierigsten war die Zeit des Mittagsgebets. Die Gegner beschossen Imam
Hussein (ع) mit Pfeilen, während er das Gebet verrichtete. Noch
schlimmer war die Zeit des Nachmittaggebets. Er war von allen Seiten
belagert und wurde mit Pfeilen beschossen und angegriffen, während er
sein Gebet vollzog. Der Höhepunkt war, als sie ihn während der
Niederwerfung köpften.
Der Gottesdienst von Zain-ul-'Abidin
(ع)
Zum Zeitpunkt des Gottedienstes übermannte Imam Zain-ul-'Abidin (ع) für
gewöhnlich eine solche Furcht, dass seine Gesichtsfarbe gelb (blass)
wurde. Dieser Zustand überdauerte vom Anfang bis zum Ende. Zum Zeitpunkt
der rituellen Waschung (Wudhu') trat derselbe Zustand ein. Einst fragte
jemand nach dem Grund dafür. Der Imam (ع) antwortete:
"In diesem Augenblick stehe ich vor einem glorreichen und göttlichen
Herrscher, Welcher der Schöpfer aller Welten ist, und in Dessen Hände
die Belohnung und Bestrafung jedes Geschöpfes liegt. Was ist so
überraschend an meinem Zustand, der ein solcher ist aufgrund der Furcht
vor Ihm?"
Einst ging er, um die Pilgerfahrt zu vollziehen.
Als er den Punkt erreichte, an dem sich die Pilger die rituelle
Bekleidung anlegen, war er im Begriff, die Talbiya (Labbaik) zu
rezitieren und legte sich die Kleidung an, als seine Gesichtsfarbe
plötzlich eine Veränderung aufzeigte und sein Körper schrecklich zu
zittern begann. Schließlich konnte er nicht einmal "Labbaik" aussprechen.
Die Menschen fragten ihn, warum er die Talbiya nicht rezitierte. Er
erwiderte:
"Ich fürchtete mich davor, Labbaik (hier bin ich zu deinen Diensten) zu
sagen, damit Allah nicht sagen kann: La-Labbaik (Ich nicht zu deinen)."
Indem er dies sagte, weinte er so sehr, dass er das Bewusstsein verlor.
Er verrichtete alle Gottesdienste in diesem furchtsamen Zustand. Imam
Zain-ul-'Abidin (ع) verrichtete für gewöhnlich insgesamt 1000 Rak'at (Gebetsabschnitte)
in 24 Stunden, und in jedem Gebet zitterte er stark.
Imam Muhammad al-Baqir (ع) sagte, dass wenn immer
sein verehrter Vater eine Großzügigkeit von Allah erwähnte, er eine
Niederwerfung aus Dankbarkeit verrichtete und wann immer er einen Vers
aus dem Qur'an rezitierte, war sein Zustand für gewöhnlich so, dass -
egal, ob er eine verpflichtende Niederwerfung oder eine empfohlene
enthielt - er diese ausnahmslos verrichtete. Wenn er Erleichterung von
einer bestimmten Erschwernis ersuchte, verrichtete er eine Niederwerfung.
Er vollzog nach den Pflichtgebeten für gewöhnlich Niederwerfungen. Die
Zeichen seiner übermäßigen Niederwerfungen waren auf seiner Stirn
sichtbar. Deshalb erhielt er den Titel "Sajjad" (jemand, der sich oft
niederwirft). Er war solcher Aufrichtigkeit und Demut, dass es einst ein
Feuer in seinem Haus gab und er zu diesem Zeitpunkt in der Niederwerfung
verweilte. Die Menschen schrien:
"Feuer! Feuer!", doch er hob
seinen Kopf von dieser Niederwerfung nicht. Schlussendlich brachte man
das Feuer unter Kontrolle. Jemand fragte ihn:
"Du hast nicht einmal bemerkt, dass Feuer ausgebrochen ist? Was hat dich
das alles nicht wahrnehmen lassen?"
"Das Feuer des Jenseits",
erwiderte der Imam.
Einst fiel Imam Muhammad al-Baqir (ع) in einen
Brunnen. Imam Zain-ul-'Abidin (ع) verrichtete gerade das Gebet. Die
Mutter von Imam al-Baqir (ع) schrie:
"Oh Sohn des Gesandten Allah's! Unser Sohn ist in den Brunnen gefallen."
Doch wie es seine Gewohnheit war, war er in sein Gebet versunken. Als er
das Gebet beendet hatte, kam er zum Brunnen, streckte seine Hand hinein,
zog Imam al-Baqir (ع) heraus und sagte zu seiner Frau:
"Wenn ich Allah gegenüber nachlässig geworden wäre, würde Er mir diesen
Jungen nicht gesund und wohlbehalten zurückgeben."
Nachdem die Hälfte der Nacht vergangen war,
pflegte er, zu seinem eigenen Gebetsraum zu gehen und demütige Gebete
laut zu rezitieren:
"O mein Herr! Die Angst, Dich am Tage der Versammlung zu treffen, hat
mir nicht erlaubt, in meinem Bett zu bleiben. Und Schlaf enfernt sich
von meinen Augen." Indem er dies
sagte, legte er seine Wangen auf den Boden und weinte so stark, dass der
Boden durch seine Tränen nass wurde. Als seine Familienmitglieder dies
sahen, versammelten sie sich um ihn herum, doch er schenkte ihnen keine
Aufmerksamkeit. Er fuhr fort, in derselben klagenden Weise zu weinen und
zu flehen.
"Oh mein Herr! Hier will ich nicht ruhen, doch an dem Tage, an dem ich
in Deine Gegenwart gerufen werde, schaue bitte mit einem Blick der
Barmherzigkeit auf mich."
Tawus Yamani überliefert, dass Imam
Zain-ul-'Abidin (ع) während der Pilgerzeit seine Wangen auf dem Boden in
der Nähe des schwarzen Steins reibend und Bittgebete an seinen Herrn
rezitierend gesehen wurde.
"O mein Gott! Dein Diener ist zu Deinem Haus gekommen. Dein Verarmter
ist zu Deinem Haus gekommen. Dein Bettler ist zu Deinem Haus gekommen.
Dein Verteidiger ist zu Deinem Haus gekommen."
Der Imam pflegte zu sagen, dass es drei
verschiedene Arten von Anbetung der Menschen im Diesseits gibt: Die
erste Art ist die Anbetung aus Furcht. Das ist die der Sklaven. Die
zweite Art ist die Anbetung für den Lohn - dies ist die Anbetung der
Händler. Die dritte Art ist die Anbetung aus Dankbarkeit. Dies ist die
wahre Anbetung der Diener Allah's.
Er unterzog seinen Körper größter Buße. Eines
Tages fragte ihn Imam al-Baqir (ع), warum er solch eine schwere Buße
betrieb. Er erwiderte:
"Weißt du nicht, dass ich göttliche Nähe erreichen will?"
Der Gottesdienst von Imam Muhammad al-Baqir
(ع)
Wie sein verehrter Vater, liebte Imam Muhammad al-Baqir (ع) den
Gottesdienst. Die meisten seiner Nächte vergingen in Wachsamkeit und
Gedenken an Allah. Der bessere Teil des Tages wurde ebenfalls mit
Gottesdienst verbracht. Genau so war es im Fall des Fastens. Die meiste
Zeit pflegte er zu fasten. Wenn er in der Gebetsnische aufstand,
erzitterte sein Körper aufgrund der Furcht vor dem Allmächtigen. Solange
er in einer Versammlung saß, war die Preisung Allah's auf seinen Lippen.
Einst fragte ihn jemand, warum er so viel Gottesdienst betrieb. Er
begann zu weinen und sprach:
"Du nennst dies übermäßigen Gottesdienst? Ich betrachte es als nichts in
Bezug auf die Herrlichkeit und Großartigkeit des Herrn."
Der Gottesdienst von Imam Ja'far as-Sadiq
(ع)
Die Menschen waren erstaunt, wenn sie die Herrlichkeit seines
Gottesdienstes sahen. So sah Abu Hanifah ihn einst beten und war davon
verblüfft. Als der Imam das Gebet beendet hatte, sagte er:
„O Aba Abdillah! Wie anstrengend ist dein Gebet!"
Der Imam erwiderte:
„Weißt du denn nicht, dass unter allen Arten des Gottesdienstes das
Gebet die größte Ursache für göttliche Nähe ist?"
Imam Ja'far as-Sadiq (ع) pflegte, die Rezitationen
in seinem Ruku' (Gebetsabschnitt) und seiner Sajdah (Niederwerfung) so
sehr zu verlängern, dass er sie manchmal mehr als 60 Mal rezitierte. Der
Überlieferer sagt:
„Eines Tages ging ich zum Imam, um ihn etwas zu fragen. Ich fand ihn auf,
als er in der Niederwerfung in der Propheten-Moschee lag. Ich setzte
mich neben ihn und dachte mir, dass wenn er sein Gebet beendet hat, ich
ihm die Frage stellen kann. Der Imam verlängerte seine Niederwerfung so
lange, dass ich genug davon hatte, dort zu sitzen. Ich überlegte, wie
ich ihm vermitteln könnte, dass ich anwesend war. Ich entschied mich
dafür, auch eine Niederwerfung zu verrichten und die Rezitation der
Niederwerfung laut aufzusagen, sodass der Imam meine Stimme hören und
sein Gebet beenden würde. Daraufhin begann ich also zu beten und als ich
zur Niederwerfung kam, sagte ich die Rezitation laut auf. Als ich sie
mehr als 360 mal rezitierte, erkannte ich, dass der Imam sein Gebet
abgeschlossen hatte. Ich schloss mein Gebet ebenfalls ab und sprach dann
an den Imam gewandt: 'Meister, wenn dies die Stufe deines Gebets ist,
was ist dann der Wert unserer Gebete?' Er sagte: 'Ob mehr oder weniger,
beide werden von unserer Schi'a (Anhänger) angenommen.'"
Eines Tages kam der Imam an den Obstplantagen von
Kufa vorbei. Nachdem er eine Weile lief, setzte er sich unter eine
Dattelpalme. Dort vollzog er die rituelle Waschung und begann zu beten.
Er verlängerte die Rezitation seiner Niederwerfung so sehr, dass sie 500
Mal überschritt.
Der Gottesdienst von Imam Musa al-Kadhim
(ع)
Es wird in Faslul Khitab erwähnt, dass er zum Zeitpunkt des
Sonnenaufgangs eine Niederwerffung für den Schöpfer verrichtete und er
verlängerte diese Niederwerfung so lange, dass sie sich bis zur
Mittagszeit erstreckte. Aufgrund dieser intensiven Anbetung wurde er
dermaßen dünn und abgemagert, dass die Menschen ihn kaum erkannten. Es
schien, als würde nur ein weißes Tuch auf dem Gebetsteppich liegen. Als
er diese Stufe des Gottesdienstes sah, sagte Harun Rashid einst:
„Du bist der Fromme von Bani Hashim.“
Während der Zeit, als er im Gefängnis war, war es für ihn üblich, sein
Morgengebet abzuschließen, zusätzliche Bittgebete und Andachten zu
rezitieren und dann eine Niederwerfung zu verrichten und darin bis zum
Mittag zu verbleiben. Nach dem Niedergang der Sonne vom Zenit, hob er
für gewöhnlich seinen Kopf und verrichtete das Mittags-(Dhuhr-)Gebet.
Dann verbrachte er den ganzen Tag mit Gottesdienst. In der Nacht schlief
er für einige Augenblicke und verbrachte den Rest der Nacht in Anbetung.
Nach den Mittags-(Dhuhr-) und Nachmittags-('Asr-)Gebeten pflegte er,
eine Niederwerfung zu verrichten und bis zum Sonnenuntergang in dieser
Haltung zu bleiben. Sobald der Abend hereinbrach, stand er zum Abend-(Maghrib-)Gebet
auf. Nach dem Abendgebet rezitierte er die Bittgebete bis zum Nacht-('Ishaa‘-)Gebet.
Erneut begann er, nach dem Nacht-('Ishaa‘-)Gebet Bittgebete und
Anrufungen zu rezitieren. Als er all dies beendet hatte, brach er sein
Fasten und aß für gewöhnlich ein wenig und warf sich dann aus
Dankbarkeit nieder. Nachdem er dann für eine kurze Weile schlief, wurde
er durch das Mitternachtsgebet beansprucht, bis es Zeit zum Morgengebet
war.
Einst schickte Harun Rashid eine sehr attraktive
Sklavin in das Gefängnis, um den Imam in irgendeiner Weise zu verführen.
Sie kam in das Gefängnis und setzte alle Taktiken ein, aber ohne Erfolg.
Der Imam fühlte sich nicht einmal ansatzweise zu ihr hingezogen.
Andererseits hatten der intensive Gottesdienst des Imams und seine
demütigen Rezitationen solch starke Wirkung auf das Mädchen, dass sie
begann, ihre eigenen schlechten Absichten zu bereuen und in den
Gottesdienst zu versinken. Als Harun darüber in Kenntnis gesetzt wurde,
rief er sie zu sich und fragte:
„Warum hast du nicht die Arbeit ausgeführt, für die ich dich beauftragt
hatte?“ Sie sagte:
„O Herr! Hör zu! Dieser Mann ist nicht menschlich. Er ist ein Engel. Wie
könnte ich ihn anziehen? Ich ging, um seine Aufmerksamkeit auf mich zu
lenken, doch im Gegenteil wirkte sich seine Spiritualität sehr auf mich
aus.“ Daraufhin trat das
Sklavenmädchen in die Abgeschiedenheit zurück und verbrachte den Rest
ihres Lebens in Gottesdienst.
Der Gottesdienst von Imam al-Ridha (ع)
Wie sein Vorfahr, Amir ul-Mu'minin (ع), betete auch Imam al-Ridha (ع)
Tag und Nacht tausend Rak'at (Gebetseinheiten). Er beendete seine Gebete
kurz vor der Mittagszeit und bis zur Zeit des Sonnenuntergangs am Ende
des Tages. Ansonsten stand er zum Großteil seiner Zeit auf seinem
Gebetsteppich. Er blieb auch sehr nachdenklich und besinnlich. Nach dem
Morgengebet war er in Rezitationen und Bittgebeten vertieft und dehnte
das Lobpreisen Allah's (swt) in einem solchen Maße aus, dass es
Vormittag wurde. Danach begab er sich in die Dankbarkeits-Niederwerfung,
um darin bis zum Mittag zu verweilen. Hiernach erteilte unser 7. Imam
(ع) Ermahnungen und Ratschläge und kehrte, um das Mittagsgebet zu
verrichten, zum Gebetsteppich zurück. Er verrichtete die freiwilligen
Ritualgebete (Nawafil), bis die Sonne aus dem Zenit zu sinken begann.
Nach dem Mittagsgebet dehnte er seine Rezitationen aus und dann
verrichtete er die dankende Niederwerfung. Er pflegte zu rezitieren: "Dank
gebührt Allah" (Shukran Lillaah) hundertmal. Folglich verblieb er in
dieser Art der Anbetung bis Mitternacht. Er schlief für einige Zeit und
wachte für das Mitternachtsgebet auf.
Mamun versuchte sein Möglichstes, den Imam (ع) in die Angelegenheiten
der Regierung einzubeziehen, aber wie konnte er dies tun? Eines Tages
sagte Mamun:
"O Sohn des Gesandten Allah's! Ich fürchte, dass du aufgrund der
übermäßigen Anbetung sterben könntest." Der Imam (ع)
erwiderte:
"Solch ein Tod ist ein unvergänglicher Erfolg." Mamun
sagte daraufhin:
"Welche Sünden hast du begangen, dass du Tag und Nacht für deren
Vergebung bittest?"
Und der Imam (ع) antwortete:
"Nicht für die Vergebung der Sünden (bete ich Tag und Nacht), es ist für
die Dankbarkeit für Seine (swt) Gaben. Es ist die Erfordernis meiner
Dienerschaft."
Der Gottesdienst von Imam Muhammad at-Taqi
(ع)
Der Gottesdienst des Imam Muhammad at-Taqi (ع) war so, dass kein
Augenblick ohne das Gedenken an Allah (swt) verging. Einmal unternahm er
die Pilgerfahrt. Als die Pilger die intensive Anbetung des Imams (ع)
erblickten, versetzte sie das in fassungslose Bewunderung. Mutasim nahm
damals auch an dieser Pilgerfahrt teil. Seine Bediensteten berichteten
ihm von dem Wert der Anbetung von Imam Muhammad at-Taqi (ع) und seine
Aufrichtigkeit und Demut in seinen Gebeten. Sie sagten:
"Wir haben noch nie einen frommeren Menschen gesehen."
Der Imam (ع) pflegte die ganze Nacht über beim Gedenken Allah's (swt) zu
weinen und wenn Leute ihn zurückhielten, intensivierte er seine
Wehklagen und sagte:
"Wann habe ich den Allmächtigen (swt) so angebetet, wie es Ihm (swt)
gebührt, sodass ihr mich darum bittet, meine Gebete zu mindern?"
Ein bedeutender Beweis für seine übermäßige
Anbetung liegt darin, dass seine Frau, Ummul Fadl, die Tochter des
Kalifen Mamun, in einem Beschwerdebrief an ihren Vater schrieb:
"Du hast mich mit einer Person verheiratet, die die ganze Nacht in der
Gebetsstellung verbringt und während des Tages fastet. Weder hat er die
Schönheit und Ausschmückungen gern, noch gibt es Komfort- oder
Luxusgüter in seinem Haus. Töchter von Königen können ihr Leben nicht
mit solchen Enthaltsamen verbringen."
Der Gottesdienst von Imam Ali an-Naqi (ع)
Wie seine Vorfahren war Imam Ali an-Naqi (ع) auch ein Liebhaber des
Gottesgedenken. Als Mutawakkil ihn von Medina in seine Hauptstadt
beorderte und ins Gefängnis steckte, erwählte er eine hartherzige Person
namens Zarraqi als Aufseher, welcher für niemanden Gnade walten ließ.
Dennoch war auch er über das ausgezeichnete Benehmen und die Tag und
Nacht andauernden Gottesdienste des Imams (ع) erstaunt und er wurde
allmählich ein Anhänger und Unterstützer des Imams (ع).
Als Mutawakkil über den Zustand der spirituellen
Neigung des Aufsehers informiert wurde, rief er ihn eines Tages zu sich
und sagte:
"Ich beauftragte dich, damit du dich gegenüber dem Gefangenen äußerst
bösartig und mit schlechtem Benehmen verhältst."
Dieser erwiderte:
"Oh Führer! Diese Person scheint in den spirituellen Leistungen höher
als Engel zu sein. Seitdem ich ihn beaufsichtige, habe ich ihn tagsüber
nicht essen und die ganze Nacht nicht schlafen gesehen. Wie kannst du
von mir erwarten, dass ich unfreundlich mit einem umgehe, der
größtenteils mit dem Gottesdienst beschäftigt ist, der jeden Tag fastet,
der nichts verlangt, der nie ein schlechtes Wort über jemanden verliert
und dessen Lieblingsbeschäftigung das Gottesgedenken ist? Wie kann ich
ihn unterdrücken und damit mein Jenseits zerstören? Oh Führer! Er
beklagte die Furcht vor Allah (swt) derart, dass sein Bart von seinen
Tränen nass wurde. Er rezitiert den Qur'an in solch' einer
wohlklingenden Art, dass es das Herz desjenigen, das aus Stein war, wie
Wachs schmelzen lässt. Ich denke, dass du mich mit der Aufsicht eines
Engels beauftragt hast. Ich habe viele Gläubige gesehen, aber noch nie
jemanden wie ihn."
Der Gottesdienst von Imam Hassan al-'Askari
(ع)
Imam Hassan Askari (ع) hatte auch eine immense Vorliebe für die Anbetung
Allah's (swt). Im Gefängnis, in dem er jeder Art von Unannehmlichkeiten
ausgesetzt war, in dem keine frische Luft verfügbar war und zwei Jahre
am Stück nichts anderes außer kaltes Wasser und zwei Laibe Brot zu essen
erhielt, an einem solchen Ort waren die Gegebenheiten so, dass er die
ganze Nacht in Gottesdienst verbrachte. Er fastete an den meisten Tagen.
Die Dienerschaft von Motamid ward verblüfft, als sie den Gottesdienst
des Imams (ع) zu Gesicht bekamen und sagten zueinander:
„Wenn wir doch nur unbehindert dieser edlen Persönlichkeit dienen
dürften."
Demnach sagt Muhammad bin Ismail Alawi, dass einige Personen von Bani
Abbas zu Salih bin Wasf gingen, bei dem Imam Hassan Askari (ع)
inhaftiert war, und (folgendes) sagten:
"Sei sehr bösartig zu ihm und hege nicht die geringste Barmherzigkeit."
Er sagte:
"Ich habe zwei Männer für ihn beauftragt. Beide waren die herbsten und
bösartigsten Personen, aber nachdem sie eine Zeitlang die übermäßigen
Gebete, die Anbetung zu Allah (swt) und die spirituelle Stärke des
Gefangeners sahen, entwickelten sie sich zu gehorsamen Dienern, welche
bereit waren, die Füße des Imams (ع) zu küssen. Sie schloßen sich ihm
(ع) in den Gebeten während der Nacht an."
Als Salih davon erfuhr, rief er die zwei Diener zu sich und sprach:
"Was ist mit eurem Befinden?" Sie erwiderten:
"Wessen Befinden sollen wir beschreiben? Unser oder das desjenigen, der
am Tage fastet und die ganze Nacht betet? Er tut nichts anderes als zu
beten. Wenn Leute sein erleuchtetes Gesicht sehen, strahlt solch ein
Benehmen von ihm aus, dass wir keine schlechten Manieren aufzeigen
können. Er ist solch' ein Anbeter, dass er Übeltäter wie uns in Anbeter
umgewandelt hat."
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