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Der Prophet des Islams – Teil 2

Der letzte Teil dieser Artikelreihe handelte über das freundliche Verhalten und Vorgehen Mohammads (ص), des Propheten des Islam. Etwas, das - natürlich ganz abgesehen von der Schönheit und Klarheit des koranischen Wortes - dazu beitrug, dass sich dem Islam in kurzer Zeit bereits viele Menschen anschlossen. Nicht nur im Raum der arabischen Halbinsel, sondern auch in Asien, Afrika, in Europa, Amerika und anderswo.

Die Mildtätigkeit und Nachsichtigkeit Mohammads (ص) auch denen gegenüber, die ihn drangsalierten und verhöhnten, bedeutet jedoch nicht, dass er gegen Sünder nicht konsequent und resolut vorgegangen wäre. Denn was das Wort Gottes und die göttlichen Weisungen anbelangte oder aber das Unrecht der Tyrannen anderen gegenüber, sowie feindlichen Attacken einiger Oberhäupter gegen schuldlose Menschen und so fort, waren Milde und Nachsicht nicht angebracht.

Ein kleines und recht einfaches Beispiel: Wenn sich jemand gegen das Gebot Gottes verging und zum Beispiel einen Diebstahl beging, konnte der Prophet da die Augen verschließen und sagen: „Macht nichts, wir übersehen es einfach?“ Nein, natürlich nicht. Dem Geschädigten musste zu seinem Recht verholfen und der Dieb bestraft werden. Gemäß den diesbezüglichen göttlichen Weisungen ... Mit anderen Worten, wenn jemand in Not und Bedrängnis war, half Mohammad. Wenn man ihn verhöhnte und ihm sogar nach dem Leben trachtete, reagierte er nachsichtig. Doch ging es um Soziales, darum, die Gesellschaft gegen Übeltäter und Verderbte zu schützen oder aber unschuldige Personen vor denen, die sie belästigten, unterjochten oder aber ihrer Rechte beraubten, ging der Prophet des Islam konsequent gemäß den göttlichem Gebot vor.

Einmal stellte sich jemand dem Propheten, der auf dem Weg zur Moschee war, in den Weg. Er beschimpfte ihn und behauptete, er – Mohammad – würde ihm etwas schulden. Der Prophet verneinte seine Behauptung. Er sei dem Mann nichts schuldig... Zudem habe er kein Geld bei sich, das er ihm, falls der Betreffende in Not sei, geben könnte. Er solle ihm daher den Weg freigeben und ihn zur Moschee gehen lassen. Man warte dort auf ihn. Der Mann war nicht einverstanden. Ließ den Propheten nicht weitergehen, hielt ihn fest und sagte: „Erst musst du mir Geld geben, dann lass ich dich los.“ Je mehr der Prophet mit ihm sprach und ihn zur Vernunft bringen wollte, und zwar mit milden Worten, nicht etwa in grober Weise, umso roher wurde der Mann. Er riss ihm seinen Umhang von den Schultern, rollte ihn zusammen und legte ihn dem Propheten um den Hals, um ihn zu würgen. Die Muslime aber warteten bereits in der Moschee auf Mohammad (ص), um hinter ihm das Gebet zu verrichten. Als der Prophet nicht kam, gingen sie hinaus, um nach ihm zu sehen. Und sahen, in welch bedrängter Situation sich ihr Prophet befand. Sie liefen auf ihn zu, wollten den Mann schlagen. Doch der Prophet hinderte sie daran und sagte: „Lasst ihn, tut ihm nichts an. Ich weiß, wie ich mit meinem Freund umzugehen habe.“ Mohammad (ص) sprach und verhielt sich so milde, dass der Mann – einer der Juden der Umgebung war es – sich besann, erstaunt über des Propheten Verhalten in Gedanken verfiel, sich ihm und seiner Lehre anschloss und sagte: „Wie kann es sein, dass du, der du doch soviel Macht und Einfluss hast, so geduldig und milde mit mir umgingst, obwohl ich dich belästigte, dich beschimpfte, dich verleumdete und dir drohte?! Dein Langmut und deine Milde ist wahrlich die eines Propheten...“

In weiteren Überlieferungen, wird diese Begebenheit überbracht: Es war aller Wahrscheinlichkeit in den Tagen der Eroberung Mekkas. Eine Frau aus einer der einflussreichen und angesehenen Qoraisch Familien hatte einen Diebstahl begangen. Sie wurde vernommen, und da ihr Vergehen nachgewiesen werden konnte und sie selber es auch letztendlich gestand, war sie – gemäß göttlicher Weisung, auch wenn sie zu den Vornehmen der Qoraisch gehörte – zu bestrafen. Ihre Leute gingen zu dem Propheten, und baten ihn um Nachsicht. Sie sei immerhin eine Frau aus angesehenem Hause, er sollte sie verschonen. Wenn sie bestraft würde, würde es dem Image ihrer Familie schaden. Und so weiter. Doch der Prophet ging auf ihre Forderung nicht ein. Er sagte: „Erwartet ihr etwa, dass ich das göttliche Gebot abändere? Zudem aber: Würdet ihr, wenn sie eine einfache Frau aus dem Volke wäre, auch so sprechen und euch für sie einsetzen? Ganz gewiss nicht, im Gegenteil, dann würdet ihr auf ihrer Bestrafung bestehen. Dann würdet ihr keinen Pardon kennen. Und auch wenn jemand aus Armut und Hunger Mundraub begeht, würdet ihr keinen Pardon kennen. Dann würdet ihr die Bestrafung des Diebes fordern. Doch in diesem Fall, da die Diebin aus reichem und einflussreichem Hause ist, wollt ihr sie schonen? Nur um die Ehre ihrer Sippe nicht in Gefahr zu bringen? Was ist das für eine Gerechtigkeit?“ Kurz und gut, die Frau wurde bestraft... Das heißt: In prinzipiellen Angelegenheiten, in Grundsatzfragen, wenn es um Recht und Gerechtigkeit und die Wahrung des göttlichen Gebotes ging, das ja auch die sozialen Belange erfasst, ging Mohammad (ص) konsequent und gerecht vor. Wie hätte er auch sonst für eine gerechte und gesunde Ordnung in der Gesellschaft sorgen können?! Ganz abgesehen davon, dass er seine ihm aufgetragene göttliche Mission, einschließlich der göttlichen Weisungen, korrekt wahrzunehmen hatte.

Mit anderen Worten: Wenn der Prophet auch ansonsten freundlich und voller Güte und Verständnis war und milde und nachsichtig, wenn es beispielsweise um Beleidigung und sogar Mordanschlag gegen seine eigene Person ging, war er doch konsequent und unerbittlich, wenn es darum ging, das göttliche Gebot, das alle Ebenen des menschlichen individuellen und gesellschaftlichen Lebens erfasst, aufrechtzuerhalten. Nebenbei, ebenso war und verhielt sich auch Ali Ibn Abi Talib (as), sein Neffe und Schwiegersohn, der in seiner Obhut aufgewachsen war. Auch er verfuhr in Grundsatzangelegenheiten konsequent, war aber ansonsten liebevoll, nachsichtig und milde und begegnete, ebenso wie Mohammad (ص), seinen Mitmenschen mit einem aufrichtigen Lächeln, mit einem zuversichtlichen „Friede sei mit Dir“.... Er wie auch der Prophet waren keinesfalls wie jene Stocksteif-Frommen, die stets mit grimmiger, gestrenger Miene - in der Öffentlichkeit und ebenfalls in ihrer eigenen Familie – auftreten. In der Annahme, Lächeln, Lachen und Freundlichkeit seien ein Zeichen für fehlende Religiosität... Welch ein Irrtum! Ja, welch ein Irrtum, zu glauben, es zeuge von Frömmigkeit, wenn man seinen Mitmenschen immer nur mit ernster, strenger Miene, in der nicht die Spur von einem Lächeln, von Güte und Wohlwollen ist, begegnet, statt mit ihnen freundlich und ihnen Hoffnung und Zuversicht vermittelnd, zu sprechen.

Ein wirklich Gläubiger zeigt sich freundlich und wohlwollend, und ist es natürlich auch! Mit seinem persönlichen Kummer oder aber persönlicher Verärgerung über etwas belastet er die Öffentlichkeit nicht. So waren und so lehrten es die Propheten. Und so war und lehrte es auch Mohammad, der letzte Gesandte Gottes. Seinen Kummer übertrug er nicht auf seine Umgebung. Im Gegenteil, er versuchte stets, Zuversicht zu vermitteln. Und wie er hielten es die ihm Nahestehenden aus Seinem Hause, das heißt seine „Ahl ul Bait“. Sie scherzten sogar, und zwar gern. Dass es natürlich keine schnöden Späße oder kränkenden Scherze waren, versteht sich von selbst. Mit einem Wort des Propheten Mohammad (ص) wollen wir diesen zweiten Teil beenden. Er sagte: „Die besten unter euch sind die, die ihren Mitmenschen wohltuend zur Seite stehen.“

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Anmerkung: Der Text wurde leicht verändert und weicht an einigen Stellen vom Original ab. Quelle: http://german.irib.ir/

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